Ist bei technischen Hilfeleistungen im Straßenverkehr eine Warnweste zusätzlich Pflicht?

Wenn die tages- und nachtauffälligen Warnstreifen auf der Feuerwehrüberjacke entsprechend den Vorgaben der HuPF Teil 1 (bzw. DIN EN 469:2005+A1:2006+AC:2006 Anhang B mit den Anforderungen nach DGUV-Information 205-020 "Feuerwehrschutzkleidung-Tipps für Beschaffer und Benutzer") angebracht sind, dann kann beim Aufenthalt im öffentlichen Verkehrsraum auf zusätzliche Warnkleidung wie z. B. eine Warnweste verzichtet werden. Die Warnkleidung erfüllt dann die Anforderungen an Klasse 2. Dies genügt, wenn nicht mit erhöhten Gefährdungen wie beispielsweise einer Fließgeschwindigkeit des Verkehrs von mehr als 60 km/h, gerechnet wird.

Liegt bei einer technischen Hilfeleistung im Verkehrsbereich die Fließgeschwindigkeit bei über 60 km/h, wird Warnkleidung der Klasse 3 benötigt. Diese kann mit Kleidung nach HuPF Teil 2 und 3 erreicht werden. Dazu muss sie über die erforderlichen Flächen fluoreszierendes und retroreflektierendes Material verfügen und die Hinweise der DGUV Information 212-016 "Warnkleidung" beachtet sein.

Nach DIN EN ISO 20471 "Hochsichtbare Warnkleidung" müssen für die Warnkleidung der Klasse 2 0,50m² des Hintergrundmaterials fluoreszierend sein und 0,13m² retroreflektierend. Für die Klasse 3 gilt: 0,80m² fluoreszierendes und 0,20m² retroreflektierendes Material. Unabhängig von der Fläche für das fluoreszierende und retroreflektierende Material muss die Warnkleidung der Klasse 3 darüber hinaus den Torso bedecken und als Mindestanforderung entweder Ärmel und/oder lange Hosenbeine mit retroreflektierenden Streifen besitzen.

Die Warnkleidung der Klasse 3 kann zum Beispiel durch folgende Kombinationen erreicht werden:

  • Feuerwehrschutzkleidung HuPF Teil 1 und Teil 4
  • Feuerwehrschutzkleidung HuPF Teil 3 und Teil 2
  • Warnweste (StVZO) und Feuerwehrhose HuPF Teil 4

In den meisten Fällen, in denen die Feuerwehr agiert, ist die Einsatzstelle abgesichert oder ganz gesperrt. So werden selten Geschwindigkeiten gefahren, die das Tragen von Warnkleidung der Klasse 3 erforderlich macht. Klasse 2 ist in den meisten Fällen ausreichend.

Können in der Feuerwehr auch andere Stromkabel außer H07RN-F, z. B. H07BQ-F, verwendet werden?

Laut der uns vorliegenden Expertenmeinungen des DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE) ist nach derzeitigem Erkenntnisstand davon auszugehen, dass das in der Feuerwehrnorm angegebene Kabel H07RN-F für den Feuerwehreinsatz besser geeignet ist als z.B. das Kabel H07BQ-F.

Da bei einem Einsatz kurzfristig höhere Temperaturen auftreten, ist der Kabeltyp H07BQ-F nicht geeignet, da die Thermoplaste, aus denen der Mantel besteht, recht schnell schmelzen und ein Feuer weiter leiten. Die Gummileitungen H07RN-F und H07RN8-F (Pumpenleitung) können Temperaturspitzen wesentlich besser verkraften und sind unbedenklich im Einsatz bei Temperaturspitzen und Pumpen.

Bei Tauchpumpen ist der Einsatz von H07BQ-F recht kritisch, da diese Pumpen eine Gummidichtung haben und diese nur mit Gummileitungen typgeprüft werden. Weiter zeigen die Thermoplaste des Mantels von H07BQ-F einen Kaltfluss, der sich negativ bezüglich der Dichtigkeit auswirkt.

Eine Gefährdungsbeurteilung welche ausschließlich auf organisatorische Maßnahmen setzt, kann somit nicht als ausreichend angesehen werden. Grundlegend gilt, dass organisatorische Maßnahmen technischen nachgeordnet sind. Ein Fehlverhalten kann durch rein organisatorische Maßnahmen nicht sicher ausgeschlossen werden.

Werden durch die Feuerwehr HN07BQ-F-Kabel eingesetzt, so wird die Ausrüstung bei der Prüfung durch den Technischen Prüfdienst als kurzfristig zu beseitigender Mangel beanstandet und im Revisionstext mit dem Hinweis auf die nicht normgerechte Ausführung versehen.

Für den Feuerwehreinsatz sind somit weiterhin ausschließlich H07RN-F-Kabel zu verwenden.

Dürfen Feuerwehrhelme aus Aluminium noch verwendet werden?

Nach dem Stand der Technik legt die DIN EN 443 Mindestanforderungen an Feuerwehrhelme für die Brandbekämpfung in Gebäuden und anderen baulichen Anlagen fest.

Aluminium-Helme nach der zurückgezogenen Norm DIN 14 940, die sich in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden, dürfen im Rahmen ihrer Einsatzgrenzen weiter verwendet werden. So ist beispielsweise bei der Ausbildung auf die materialbedingt höhere Wärmeabstrahlung auf den Kopf sowie die elektrische Leitfähigkeit hinzuweisen.

Sofern Helme dieser Norm noch Innenausstattungen aus Kunststoff oder gar Lederpolster haben, sollten diese Helme ausgesondert werden oder deren Innenausstattung nach Rücksprache mit dem Hersteller durch gabelförmigen Kinn-Nacken-Riemen aus Textil ersetzt werden.

Bei der Neuanschaffung von Helmen müssen diese die Anforderungen nach der DIN EN 443 erfüllen.

Auch nach Zurückziehung der DIN 14 940 können Aluminium-Helme bis zur Ablegereife weitergenutzt werden. Dies wurde gemeinsam mit den Brandschutzaufsichten des Land Hessen und dem Technischen Prüfdienst und der UKH beschlossen. Auch die Hessische Landesfeuerwehrschule teilt diese Meinung.

Muss ich bei einem genormten Stromerzeuger ortsveränderliche Personenschutzeinrichtungen (PRCD-S) verwenden?

Stromerzeuger für die Feuerwehr (DIN 14685) stellen den Schutz des Benutzers durch die Schutztrennung sicher. Die Verwendung eines PRCD-K ist grundsätzlich nicht erforderlich. Die Verwendung eines PRCD-S oder PRCD-S+ ist nicht möglich. Dieser PRCD kann an einem Stromerzeuger in der Regel nicht eingeschaltet werden.

In Bereichen mit einer erhöhten elektrischen Gefährdung (zum Beispiel überflutete Räume) muss zusätzlich die technische Ausstattung des Stromerzeugers beachtet werden: An Stromerzeugern ohne Isolationsüberwachung soll jeweils nur ein elektrisches Betriebsmittel/Verbraucher angeschlossen werden (DGUV-I 203-052, Elektrische Gefahren an der Einsatzstelle). Bei der Verwendung von Stromerzeugern mit Isolationsüberwachung bestehen keine Einschränkungen bei der Anzahl der angeschlossenen Verbraucher.

Bei der Nutzung elektrischer Energie aus einem anderen Speisepunkt (Steckdose der Gebäudeinstallation) kann nicht sicher von einer ordnungsgemäß installierten und regelmäßig geprüften Anlage ausgegangen werden. Hier ist eine mobile Personenschutzeinrichtung für Einsatzkräfte nach DIN SPEC 14660 erforderlich. Die in der Norm beschriebenen Anforderungen werden von den Typen PRCD-S und PRCD-S+ erfüllt. Um einen möglichst vollständigen Schutz zu gewährleisten, soll der PRCD-S/S+ möglichst nah an der Steckdose eingebaut werden. Ein PRCD-K erfüllt die für einen Anschluss an einen sonstigen Speisepunkt geforderten Funktionen nicht vollständig.

(Stand: Februar 2020)

Welche Schuhe sollen wir für unsere Jugendfeuerwehr beschaffen?

Für Angehörige der Jugendfeuerwehren, die nach § 8 HBKG an dem für sie angesetzten Übungs- und Ausbildungsdienst teilnehmen, sind feste, knöchelhohe Schuhe mit profilierter, rutschfester Sohle und Absatz einzusetzen.

Es hat sich allerdings in der Praxis bewährt einen Sicherheitsschuh mindestens der Klasse S 2 zu verwenden, wie es die Hessische Feuerwehrbekleidungs- und DienstgradVO vorgibt. Diese Schuhe sind mittlerweile auch zu erschwinglichen Preisen im Handel erhältlich.

Die Hessische Feuerwehrbekleidungs- und DienstgradVO ist vom Hessischen Ministerium des Innern und Sport (HMdIS) erlassen und dementsprechend für die Hessischen Feuerwehren verbindlich. Ausnahmen oder andere Vorgehensweisen müssten mit dem HMdIS vereinbart werden.

Gibt es orthopädischen Einlagen für Feuerwehrstiefel?

Es gibt orthopädischen Einlagen für Feuerwehrstiefel.

Bei orthopädischen Einlagen gilt, dass diese im Sicherheitsschuh unter bestimmten Voraussetzungen getragen werden dürfen.

Es muss eine positive Baumusterprüfbescheinigung und eine Konformitätserklärung der Hersteller vorliegen. Bei der Verwendung von nicht zugelassenen Einlagen kann z. B. die elektrische Leitfähigkeit oder die Resthöhe unter der Zehenkappe beeinträchtigt werden. Die jeweiligen Schuhhersteller erteilen Auskunft darüber, ob und welche Einlagen verwendet werden dürfen.

Auch bei Feuerwehrstiefeln kann in aller Regel ein baumustergeprüfter Rohling orthopädisch umgearbeitet werden. Falls es der Hersteller nicht bereits bewirbt, empfiehlt es sich, mit dem gewünschten Schuhhersteller – entweder direkt oder über den Handel - Rücksprache zu halten.

Werden orthopädischen Einlagen für Feuerwehrstiefel von der UKH bezahlt?

Grundsätzlich ist der Unternehmer für die zur Verfügung Stellung der persönlichen Schutzausrüstung zuständig.

Wenn die Fußschädigung als Folge eines Arbeitsunfalls, einschließlich eines Unfalles auf dem Wege von und zur Arbeit, oder einer Berufskrankheit besteht, kann die Unfallkasse Hessen die Leistung von orthopädischen Einlagen erbringen.

Voraussetzung hierfür ist, dass die verrichtete Tätigkeit zum Zeitpunkt des Unfalls in den Zuständigkeitsbereich der UKH fällt. Ansonsten setzen Sie sich bitte mit dem zuständigen Unfallversicherungsträger in Verbindung.

Wenn die Fußschädigung nicht auf einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen ist, kann die UKH keine Leistung erbringen.

Eventuell können auch andere Kostenträger wie die Gesetzliche Rentenversicherung, Bundesagentur für Arbeit, Träger der Sozialhilfe und andere angefragt werden.

Weitere Informationen finden Sie auch hier

NEU Nach wie vielen Jahren müssen Schnittschutzhosen ausgesondert werden?

Nach § 30 der PSA-Benutzungsverordnung hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass persönliche Schutzausrüstungen entsprechend bestehender Tragezeitbegrenzungen und Gebrauchsdauern bestimmungsgemäß benutzt werden. Die Gebrauchsdauer wird vom Hersteller bestimmt, der diese in den Bedienungsanleitungen angibt. Nur innerhalb dieser Gebrauchsdauer greift die Produkthaftung der Hersteller.
Es sind somit die Herstellerangaben zu beachten.

Bin ich im feuerwehreigenen Fitnessraum über die UKH versichert?

Zum Versicherungsschutz beim Dienstsport kann ich Ihnen mitteilen, dass die regelmäßige sportliche Betätigung in der Gruppe unter bestimmten Voraussetzungen versichert ist.

Sie sollten bei der Planung darauf achten, dass der Sport mit einer gewissen Regelmäßigkeit durchgeführt wird.

Er muss außerdem darauf ausgerichtet sein, die Leistungsfähigkeit der Feuerwehrangehörigen zu fördern, sie also fit zu halten für den Feuerwehrdienst. 

Eine qualifizierte Anleitung zur Benutzung der Geräte ist hierfür die Grundvoraussetzung.

Ein weiterer Bestandteil für den versicherten Dienstsport ist der gemeinsame Sport in der Gruppe. Es ist daher wichtig, dass die Feuerwehrangehörigen den Sport im eigenen Fitnessraum gemeinsam und zu einer im Dienstplan festgelegten Zeit ausüben und nicht jeder für sich.  Um eine regelmäßige Teilnahme für alle Aktiven zu ermöglichen können hier durchaus mehrere Termine in der Woche im Dienstplan aufgeführt werden. 

Ob bei einem Dienstsportunfall Versicherungsschutz bestanden hat, werden wir im Einzelfall nach den oben genannten Voraussetzungen prüfen. Hierfür reicht es aus, wenn Sie uns einfach die Unfallanzeige und eine Kopie des Dienstplanes zuschicken.

Können Sie mir weitere Informationen zur UKH-Versichertenkarte geben?

Unsere UKH-Versichertenkarte stellen wir über die Kreisbrandinspektoren und die Leiter der Feuerwehren allen ehrenamtlichen Feuerwehreinsatzkräften zur Verfügung.

Mit dieser Karte können Sie den Arzt nach einem Unfall im Feuerwehrdienst auf die Zuständigkeit der Unfallkasse Hessen hinweisen. So kann der Arzt einfach und schnell die Behandlung über die UKH einleiten. Wir steuern Ihr persönliches Heilverfahren und setzen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ein, um Ihre Gesundheit und Ihre Leistungsfähigkeit wiederherzustellen bzw. Sie und Ihre Familie finanziell abzusichern.

Natürlich kann der Arzt das Verfahren über uns auch mit Ihrem Hinweis auf den Unfall im Feuerwehrdienst und ohne unsere UKH Versichertenkarte einleiten. Die UKH Versichertenkarte dient dazu, das Verfahren zu vereinfachen.

Persönliche Daten sind auf der UKH Versichertenkarte nicht hinterlegt, so dass der Arzt die Personendaten in der Regel mithilfe Ihrer Krankenversicherungskarte auf den PC lädt.

Können Sie mir weitere Informationen zum UKH Unfallausweis geben?

Unseren UKH Unfallausweis stellen wir den hessischen Kinder- und Jugendfeuerwehren zur Verfügung.

Auf dem UKH Unfallausweis können Name, Anschrift und Erreichbarkeit von Erziehungsberechtigten und dem Hausarzt vermerkt werden.

Mit dieser Karte können Sie den Arzt nach einem Unfall im Feuerwehrdienst auf die Zuständigkeit der Unfallkasse Hessen hinweisen. So kann der Arzt einfach und schnell die Behandlung über die UKH einleiten. Wir steuern Ihr persönliches Heilverfahren und setzen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ein, um Ihre Gesundheit und Ihre Leistungsfähigkeit wiederherzustellen bzw. Sie und Ihre Familie finanziell abzusichern.

Natürlich kann der Arzt das Verfahren über uns auch mit Ihrem Hinweis auf den Unfall im Feuerwehrdienst und ohne unseren UKH Unfallausweis einleiten. Der UKH Unfallausweis dient dazu, das Verfahren zu vereinfachen.

Was muss im Bezug zu Sicherheit und Gesundheit beachtet werden, wenn eine Feuerwehrangehörige schwanger ist?

Auch bei den Freiwilligen Feuerwehren ist das Mutterschutzgesetz (MuSchG) anzuwenden. Demnach sollen werdende und stillende Mütter nicht mit schweren körperlichen Arbeiten und nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, bei denen sie erhöhten Unfallgefahren, schädlichen Einwirkungen von gesundheitsgefährdenden Stoffen oder Strahlen, von Staub, Gasen oder Dämpfen, von Hitze, Kälte oder Nässe, von Erschütterungen oder Lärm, ausgesetzt sind. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass die schwangere oder stillende Frau ihre Tätigkeit jederzeit kurz unterbrechen kann und sich soweit erforderlich unter geeigneten Bedingungen hinlegen, hinsetzen und ausruhen kann.

Durch eine Gefährdungsbeurteilung (§ 4 DGUV Vorschrift 49 "Feuerwehren" i.V.m. MuSchG) können innerhalb der Feuerwehrdienstes Tätigkeiten bestimmt werden, die für die werdende und stillende Mutter keine Gefahr darstellen.

Dies können unter Einhaltung der Beschäftigungsverbote nach MuSchG sein:

  • rückwärtige Dienste bei Übungen
  • Teilnahme oder Durchführen von Theorieunterricht
  • administrative Tätigkeiten

Eine Teilnahme am Einsatzdienst sollte nicht mehr stattfinden.

Besteht auch mit Erreichen bestimmter Altersgrenzen der UKH-Versicherungsschutz für Tätigkeiten in der Feuerwehr?

Bei Vollendung des 60. Lebensjahres (auf Antrag höchstens bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres) endet der Einsatzdienst in den hessischen Feuerwehren.

Nach Erreichen dieser Altersgrenze können Feuerwehrangehörige in die Ehren- und Altersabteilung übertreten. Mitglieder der Ehren- und Altersabteilungen zählen zum Kreis der versicherten Personen nach §2 Abs. 1 Nr. 12 SGB VII.

In der Ehren- und Altersabteilung besteht die Möglichkeit, ausgebildete und körperlich geeignete Feuerwehrangehörige, freiwillig und ehrenamtlich weiter in bestimmten Aufgabengebieten einzusetzen.

Mögliche Betätigungsfelder zur Unterstützung und Entlastung der Angehörigen der Einsatzabteilungen sind:

  • Medien- und Pressearbeit
  • Mithilfe bei der Brandschutzerziehung und -aufklärung
  • Unterstützung bei der Gerätewartung sowie der Fahrzeug-, Geräte- und Gebäudepflege
  • Einbindung in die Verwaltungsarbeit
  • Dokumentation der Feuerwehrgeschichte
  • Übernahme von Ausbildungs- und Betreuungspatenschaften innerhalb der Feuerwehr
  • Mitwirkung bei der Ausbildung
  • Unterstützung bei den Feuerwehrleistungsübungen
  • Mitwirkung bei der feuerwehrspezifischen Nachmittagsbetreuung in Schulen
  • Mithilfe bei der Jugendarbeit der Feuerwehr
  • Logistische Unterstützung (ohne Einsatztätigkeiten)  

Diese Aufgaben sind bis zum vollendeten 70. Lebensjahr begrenzt. Bis zu diesem Alter gewährt die Unfallkasse Hessen bei den genannten Tätigkeiten Unfallversicherungsschutz. Diese Regelung gilt ausdrücklich nicht für die Aufgaben im Einsatzdienst.

Neben dieser Sonderregelung umfasst der Unfallversicherungsschutz für die Angehörigen in der Ehren- und Altersabteilung z.B. die Teilnahme an:

  • Mitgliederversammlungen und Ausschusssitzungen,
  • vorbereitenden Sitzungen, Besprechungen und Vorbereitungsmaßnahmen für Veranstaltungen geselliger und sonstiger Art,
  • Tagungen der Feuerwehrverbände und den Großkundgebungen des Deutschen Feuerwehrverbandes,
  • Veranstaltungen, deren Ziel die Mitgliederwerbung oder die Darstellung der Aufgaben der freiwilligen Feuerwehren in der Öffentlichkeit sind,
  • kameradschaftlichen Zusammenkünften mit offiziellem Charakter (z. B. Ausflüge, Kameradschaftsabende),
  • sonstigen Aktionen der freiwilligen Feuerwehr (Tag der offenen Tür, Brandschutzwoche, Wehrjubiläum).

Die genannten Veranstaltungen müssen als dienstliche Veranstaltung für die Ehren- und Altersabteilung angeordnet sein und von dem zuständigen Leiter der Feuerwehr mitgetragen werden.

Versicherungsschutz besteht auch auf dem direkten Hin- und Rückweg zu den genannten Veranstaltungen.

Lesen Sie hierzu auch den Flyer "Senioren in der Feuerwehr".

 

Was ist ein Durchgangsarzt?

Durchgangsärzte (D-Ärzte) sind von den Landesverbänden der gewerblichen Berufsgenossenschaften bestellte Fachärzte für Chirurgie und Orthopädie mit besonderen Kenntnissen und Erfahrungen auf dem gesamten Gebiet der Unfallmedizin. Sie sollen die Qualität und Wirksamkeit der Rehabilitation medizinisch absichern. Ärzte und Unternehmen sind verpflichtet, arbeitsunfähige Versicherte unverzüglich einem D-Arzt vorzustellen. Für Ärzte gilt diese Verpflichtung auch dann, wenn der Versicherte voraussichtlich mehr als eine Woche behandlungsbedürftig ist. Der D-Arzt entscheidet, ob der Versicherte einer besonderen fachärztlichen oder unfallmedizinischen Versorgung bedarf.

Sie suchen einen Durchgangsarzt in Ihrer Nähe? Klicken Sie hier ...

Welche Präventionsmaßnahmen führt die UKH durch?

  • Betriebsbesichtigungen
  • Beratung bei Neubauvorhaben und Umbauten
  • Beratung von Bauplanern
  • Unfalluntersuchungen
  • Unfallauswertung und Unfallstatistik zur Ermittlung von Unfallschwerpunkten
  • Erfahrungsaustausch für Kreisbrandinspektoren und Leiter der Feuerwehren
  • Erfahrungsaustausch für Atemschutz-Gerätewarte
  • Seminar Feuerwehrsport; Ausbildung zum Übungsleiter und Fortbildung
  • Lehrgang Motorsägen für Instrukteure (Grundlagen- / Aufbau-Seminar)
  • Seminar Sicherheit im Feuerwehrdienst
  • Seminar Sachkunde Absturzsicherung
  • Seminar Ladungssicherung
  • Seminar Gefährdungsbeurteilung
  • Seminar Sicherheit in der Kinder- und Jugendfeuerwehr
  • Mitfinanzierung des Technischen Prüfdienstes Hessen (40 %)
  • Unterstützung des von der HLFS durchgeführten Fahrsicherheitstrainings für Maschinisten
  • Beiträge zum Feuerwehr-TV (rheinmain-tv)
  • Wettbewerbe für Kinder- und Jugendfeuerwehren

In welchen Gremien engagiert sich die Unfallkasse Hessen?

  • Mitarbeit im Ausschuss Technik des HLFV
  • Mitarbeit im Sachgebiet "Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen" des Fachbereichs "Feuerwehren, Hilfeleistung, Brandschutz" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)
  • Mitarbeit im Beirat des Technischen Prüfdienstes

Dürfen beim Atemschutzeinsatz Kontaktlinsen getragen werden?

In der DGUV Regel "Benutzung von Atemschutzgeräten" (DGUV Regel 112-190) wird auf die Problematik des Tragens von Kontaktlinsen (3.1.5.3 Ergonomie und Anpassung) wie folgt hingewiesen: "Das Tragen von Kontaktlinsen birgt ein zusätzliches Risiko – ein Zugriff bei Augenreizung oder Verrutschen der Linse ist u. U. nicht möglich – und ist bei der Benutzung bestimmter Atemschutzgeräte zu berücksichtigen."

Die Unfallkasse Hessen rät dazu, auf das Tragen von Kontaktlinsen beim Atemschutzeinsatz zu verzichten, da es zusätzliche Risiken birgt. Ebenso sind Brillen mit Bügeln für die Benutzung unter einer Vollmaske ungeeignet. Wir empfehlen beim Atemschutzeinsatz das Tragen einer geeigneten Maskenbrille. Masken aller 3 Klassen (Vollmasken) können für Brillenträger mit optischen Sehhilfen, z. B. Maskenbrille, versehen werden. Die Festlegung, ob Kontaktlinsen als Sehhilfen beim Atemschutzeinsatz toleriert werden, hat letztlich der verantwortliche Leiter der Einsatzeinheit (z. B. der Leiter der Feuerwehr) zu treffen.

(Stand Januar 2020)

Wie alt dürfen die Reifen unserer Feuerwehrfahrzeuge maximal sein?

Eine verbindliche Vorschrift in der festgelegt wird, nach welcher Zeit Reifen von Feuerwehrfahrzeugen zu ersetzen sind, gibt es nicht. Es sind zunächst die Angaben des Reifenherstellers hinsichtlich der maximalen Einsatzdauer zu beachten. Untersuchungen haben gezeigt, dass Reifen von Feuerwehrfahrzeugen nach spätestens 10 Jahren zu ersetzen sind. Längere Einsatzzeiten sind nicht zu verantworten. Diese Einschätzung wird vom Hessischen Ministerium des Inneren und des Sports (HMdIS) geteilt.

Ein Schreiben des HMdIS vom November 2006 gibt dazu folgende Aussage:
Wegen der zumeist geringen Laufleistung von Feuerwehrfahrzeugen ist die Erneuerung der Bereifung in der Regel bereits vor Erreichen dieser Verschleißgrenze erforderlich. Mit steigendem Alter härtet die Gummimischung der Laufflächen aus und die Haftung lässt nach. Darüber hinaus können Standschäden im Unterbau entstehen, die von außen nicht erkennbar sind. Reifen von Feuerwehrfahrzeugen sind daher spätestens 10 Jahre nach ihrer Herstellung auszusondern.

Mehr dazu ...
(Stand: Januar 2020)

Muss ich auch während der Einsatzfahrt angeschnallt sein?

Nach § 21a der Straßenverkehrsordnung müssen vorgeschriebene Sicherheitsgurte während der Fahrt angelegt werden. Dies gilt auch für Feuerwehrfahrzeuge. Ausnahmeregelungen für Feuerwehreinsätze sind uns nicht bekannt.

(Stand: April 2010)

Besteht bei Bauarbeiten am Feuerwehrhaus Versicherungsschutz?

Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz der Unfallkasse Hessen für die Angehörigen der Feuerwehr ist nach § 2 Abs. 1 Nr. 12 SGB VII weit gehender als die in § 6 des HBKG genannten Aufgaben. Nach der Rechtsprechung der Sozialgerichte zählen zum versicherten Feuerwehrdienst alle Tätigkeiten, die dem Unternehmen Feuerwehr dienen und für die Dienst angeordnet worden ist.

Unfallversicherungsschutz besteht im Rahmen der Selbsthilfe auch bei Bauarbeiten an Feuerwehrhäusern, wenn die Kommune diese beauftragt und finanziert (organisatorische Verantwortung). Die hierbei eintretenden Unfälle gelten als Arbeitsunfälle im Sinne des Sozialgesetzbuches VII. Voraussetzungen hierfür sind, dass die Beteiligten ihre Tätigkeit ehrenamtlich und unentgeltlich ausüben, dass die Arbeiten im Rahmen eines ordnungsgemäß angesetzten und durchgeführten Feuerwehrdienstes (Arbeits- und Werkstättendienst) erfolgen und diese auch vom Träger des Brandschutzes ausdrücklich genehmigt sind.

Fördernde Mitglieder bzw. andere Personen, die nicht der Freiwilligen Feuerwehr angehören, aber ebenfalls an den Baumaßnahmen teilnehmen, sind hierbei nicht nach § 2 Abs. 1 Nr. 12 SGB VII unfallversichert. Für diese Personen besteht Versicherungsschutz nach § 2 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII, wenn sie im Auftrag der jeweiligen Kommune tätig werden. Anspruch auf Mehrleistungen neben den normalen Regelleistungen der gesetzlichen Unfallversicherung hat diese Personengruppe jedoch nicht. 

Bei der Übertragung von Aufgaben auf Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr und Helfer ist deren Befähigung für die Aufgabenerfüllung hinsichtlich der für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz zu beachtenden Bestimmungen und Maßnahmen zu berücksichtigen (Auswahlverantwortung des Trägers des Brandschutzes nach § 7 UVV GUV-V A 1). Wir empfehlen daher die Beauftragung einer Fachfirma, unter deren Anleitung die Feuerwehrangehörigen und ehrenamtlichen Bürger ausgewählte Aufgaben und Zuarbeiten durchführen. Einfache Arbeiten (z. B. Malerarbeiten) können dagegen von fachkundigem Personal in Eigenregie übernommen werden.

Ich habe an einem Fahrsicherheitstraining teilgenommen. Kann sich die UKH an den Kosten beteiligen?

Die Unfallkasse Hessen unterstützt die unter der Regie der Hessischen Landesfeuerwehrschule durchgeführten Fahrsicherheitstrainings für Maschinisten.

Andere Trainingsformate bezuschussen wir aktuell nicht.

Welche Tätigkeiten sind im Rahmen der Freiwilligen Feuerwehr versichert?

Versichert sind grundsätzlich alle Tätigkeiten, die in einem inneren Zusammenhang mit den Aufgaben der Feuerwehr stehen. Daneben können den Trägern der Feuerwehren zusätzliche Aufgaben übertragen werden, z.B. Hilfeleistungen.

Versichert sind ferner Feuerwehreinsätze und -übungen, Dienstsport, Tage der offenen Tür und sonstige Veranstaltungen, die der Selbstdarstellung dienen. Ebenso ist die Mithilfe beim Um- oder Ausbau eines Feuerwehrgerätehauses versichert. Umfasst sind auch die Angehörigen der Mini- und Jugendfeuerwehren sowie der Alters- und Ehrenabteilungen.

Ist ein Feuerwehrangehöriger versichert, wenn er nach Alarmierung (Sirene, Meldeempfänger, Telefon) im häuslichen Bereich verunglückt?

Ausnahmsweise besteht Versicherungsschutz im häuslichen Bereich, wenn eine bestehende Rufbereitschaft und Notwendigkeit eines sofortigen Handelns für den Unfall wesentlich und somit ursächlich ist. In der Regel beginnt der Unfallversicherungsschutz jedoch erst mit Durchschreiten der Außenhaustür des bewohnten Gebäudes.

Dies gilt im Übrigen z. B. auch für Personen, die bei Unglücksfällen Hilfe leisten.

Sind Spieler in Musik-, Spielmanns- und Fanfarenzügen der Freiwilligen Feuerwehr versichert?

In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr neben dem eigentlichen Feuerwehrdienst nicht nur bei Feuerwehrübungen, Probeeinsätzen, sog. Tagen der offenen Tür oder sonstigen Veranstaltungen zur Selbstdarstellung versichert sind, sondern auch bei solchen Veranstaltungen, die der Werbung der Freiwilligen Feuerwehr als Institution dienen. Wie bei jeder anderen derartigen Organisation ist es besonders bei der Freiwilligen Feuerwehr notwendig, in der Bevölkerung bekannt und im öffentlichen Leben präsent zu sein. Geeignete Gelegenheiten können nicht nur Veranstaltungen sein, bei denen sich die Feuerwehr als Institution vorstellt, oder Feste, zu denen die Feuerwehr die Bevölkerung einlädt. Vielmehr kommen auch sonstige der Öffentlichkeit zugängliche Veranstaltungen in Betracht, die wesentlich der Öffentlichkeitsarbeit der Freiwilligen Feuerwehr dienen. Unter diesen Voraussetzungen besteht nicht nur für Mitglieder der Löschzüge Versicherungsschutz, sondern auch für solche von satzungsgemäß vorgesehenen Musik- und Spielmannszügen. Entscheidend ist jedoch, dass die Unfall verursachende Tätigkeit in einem inneren Zusammenhang mit der Feuerwehr steht.

Übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten für eine beschädigte Brille?

Hilfsmittel (z.B. Brillen, Hörgeräte, Prothesen), die bei einem Arbeits- oder Schulunfall beschädigt wurden, werden entschädigt, wenn sie zum Unfallzeitpunkt auch getragen wurden.

Zur Erstattung füllt der Arbeitgeber oder die Schule eine Unfallanzeige aus und sendet sie an die UKH, auch wenn keine körperliche Verletzung eingetreten ist.