23.04.2020 - Covid-19 als mögliches Gesundheitsrisiko

Wie umgehen mit infektiöser Persönlicher Schutzausrüstung (PSA)?

Text "Covid-19 als mögliches Gesundheitsrisiko"

Derzeit kann es vorkommen, dass Einsatzkräfte direkten Kontakt mit Personen haben, die verdachtsweise oder bestätigt an Covid-19 erkrankt sind. Deshalb sollten Einsatzstellen nicht nur auf die Einhaltung der persönlichen Hygieneregeln achten, sondern ggf. auch die PSA infektionssicher behandeln.

Wir schließen uns den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für infektiöse Textilien an:
die PSA muss sofort von den Tragenden getrennt und sicher zum Reinigungsort gebracht werden, damit eine mögliche Viren-Verschleppung bereits in der Eisatzstelle gestoppt wird. Dies gilt sowohl für saubere als auch für verschmutzte PSA. Verschmutzte Wäsche sollte nicht ungeschützt per Hand transportiert oder gereinigt werden. Den verschmutzten Teilen können Viren anhaften, die eine längere Lebensdauer haben als bei einer trockenen, gereinigten PSA. Verwenden Sie deshalb entsprechende Transportmittel wie den PSA-Wäschebeutel oder wasserlösliche Beutel.

Wir raten davon ab, infektiöse PSA nach dem Einsatz selbst zu reinigen, denn man sich und andere evtl. einem unterschätzten Folgerisiko aus. Wird durch den unsachgemäßen Umgang mit verschmutzter PSA eine Infektionskette bei den Einsatzkräften ausgelöst, ist nicht nur die Einsatzbereitschaft gefährdet, sondern der Nachweis des Infektionsverlaufs und das bestimmen der Indexperson sind ggf. nicht mehr nachvollziehbar. Daher sollten nach dem Einsatz die Prinzipien der Einsatzstellenhygiene beachtet und die PSA professionell gereinigt werden. Bei Spezialwäschereien wird die PSA ggf. auch desinfiziert.

Wenn Sie die Reinigung selbst durchführen müssen, halten Sie sich unbedingt an diese Hinweise:

  • Reinigung der PSA nur mit Schutzausrüstung nach den Empfehlungen des RKI (Kittel, Handschuhe, Atemschutzmaske mindestens FFP2)
  • Keine manuellen Tätigkeiten an der PSA (Dreck abbürsten etc.)
  • PSA direkt in eine Waschmaschine geben, die nicht für andere Wäschen verwendet wird. Bedenken Sie, dass Haushaltswaschmaschinen den Verschleiß der PSA erhöhren, es verbleiben Restmengen von Spülwasser im Pumpensystem.
  • Verwenden Sie antivirale Waschzusätze z. B. auf Basis von Essig- oder Peressigsäure. Achten Sie dabei auf die richtige Dosierung und Hinweise des Herstellers
  • Waschmaschine sicherheitshalber außen mit einem Flächendesinfektionsmittel behandeln
  • Die Mindesttemperatur von 55° Grad muss beim Waschen für mindestens 15 Minuten gewährleistet sein. Das RKI empfiehlt sogar 85° Grad. Es gilt: je höher, desto besser.
  • Nach dem Waschvorgang ausreichend und lange trocknen. Viren haben eine längere Lebensdauer bei feuchter Umgebung.

Hinweis: Bei Eigenwäsche ist zu beachten, dass die Lebensdauer der Textilien durch zu starke mechanische Belastung oder zu hoch dosierter Desinfektionsmittel beeinträchtigt werden kann. Dies sollte nur in Ausnahmefällen erfolgen.

Weitere News

Wie sicher ist eure Kinderfeuerwehr?

Einsendeschluss bei unserem Wettbewerb für Kinderfeuerwehren!

Der UKH Kinderfeuerwehrwettbewerb 2021 ist beendet! Danke fürs Mitmachen an alle Kinderfeuerwehren. Es sind wieder viele tolle Einsendungen von Euch eingegangen – Die Gewinner*innen werden von uns benachrichtigt.

Infomaterial bei traumatischen Ereignissen im Feuerwehrdienst

Wenn die Bilder nicht aus dem Kopf gehen

Einsätze im Feuerwehrdienst können belastend sein. Die neue DGUV Information 205-038 "Leitfaden Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte" klärt über mögliche Belastungen im Dienst bei einer Einsatzorganisation auf und welche körperlichen und psychischen Reaktionen diese außergewöhnlichen Ereignisse nach sich ziehen können. Es werden Hilfsangebote der Psychosozialen Notfallversorgung erläutert und wie eine medizinische Betreuung abläuft, wenn die psychische Gesundheit bei Einsätzen im Feuerwehrdienst geschädigt wurde. Sie hilft Einsatzkräften, Gefährdungen für die Psyche zu erkennen und Angebote zur Reduzierung der Belastung wahrzunehmen und einzufordern.

Neues Merkblatt

Hinweise der UKH zu alternativen Atemschutz-Belastungsübungen

Da im Moment pandemiebedingt viele Atemschutzübungsanlagen geschlossen sind, kann die nach Feuerwehrdienstvorschrift 7 geforderte jährliche Belastungsübung der Atemschutzgeräteträger*innen zurzeit nicht durchgeführt werden. Ein Erlass des Hessischen Ministerium des Innern und für Sport (HMdIS) regelt hierzu bereits eine Ausnahme. Feuerwehren, die dennoch die Leistungsfähigkeit ihrer Atemschutzgeräteträger*innen überprüfen wollen, können alternative Atemschutz-Belastungsübungen am Standort durchführen. In Abstimmung mit dem zuständigen Referat des HMdIS wurden hierzu Hinweise erarbeitet und in einem Informationsblatt zusammengefasst.

Corona-Update

Aktuelle Hinweise für Einsatzkräfte während der Pandemie

Der DGUV Fachbereich "Feuerwehren Hilfeleistungen Brandschutz" hat seine Empfehlungen für Einsatzkräfte während der Corona-Pandemie angepasst. Die aktualisierte Fassung finden Sie hier. Die Änderungen sind gelb unterlegt. Unter anderem wurde die “AHA+L+A-Regel" (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen, regelmäßig Lüften, Corona-Warn-App nutzen) ergänzt.